Michael Pelzel

Der Schweizer Komponist und Organist Michael Pelzel präsentiert sein neues Violinkonzert «Carnatic Pandora» – ein Auftragswerk des ACHT BRÜCKEN-Festivals Köln und der Basel Sinfonietta, unterstützt durch die Ernst von Siemens Musikstiftung, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia und die Fondation SUISA.

Wir freuen uns auf unsere erneute Zusammenarbeit mit Michael Pelzel bei dem Gastspiel am 5. Mai in der Kölner Philharmonie und am 7. Mai im Rahmen des 5. Abo-Konzerts im Stadtcasino Basel.

Michael Pelzel ist einer der spannendsten Schweizer Komponisten der Gegenwart. Seine Kompositionen werden auf der ganzen Welt aufgeführt. In den vergangenen Jahren hat er mehrere Reisen nach Indien unternommen. Anlässlich dieser Studienaufenthalte hat er sich intensiv mit der klassischen karnatischen Musik Südindiens auseinandergesetzt. Diese exzentrische, reich verzierte Musik hat den Komponisten nachhaltig geprägt – und zu seinem neuen Violinkonzert «Carnatic Pandora» inspiriert.
Neben seiner Tätigkeit als freischaffender Komponist, ist er Organist der reformierten Kirchgemeinde Stäfa am Zürichsee.

Um ihn besser kennen zu lernen, haben wir ihm ein paar Fragen gestellt.

 

Gab es in Ihrem Leben ein musikalisches „Erweckungserlebnis“? Wenn ja, was war es?

Ein ganz bestimmtes Einzelerlebnis gab es eigentlich nicht, außer, dass ich extrem beeindruckt war vom Instrument Kirchenorgel anlässlich einer Osterfeier, der Organist spielte die Toccata aus der V. Orgel-Sinfonie von Charles-Marie Widor und danach wollte ich unbedingt Orgel lernen. Ich war emotional oft sehr mitgenommen von musikalischen Erlebnissen, weil ich in mehreren Chören mitgesungen habe und dort wahrscheinlich das Feuer für die Musik entfacht worden ist….

Gibt es Stücke, die Sie besonders beeinflusst haben?

Ich bin ein großer Fan der Musik von Max Reger und Oliver Messiaën. Diese beiden Komponisten haben mich sehr nachhaltig beeinflusst wie auch der Französische Komponist Gérard Grisey.

Bei mehreren Reisen nach Indien haben Sie sich mit außereuropäischen musikalischen Traditionen und Spieltechniken wie der klassischen karnatischen Musik Südindiens beschäftigt. Wie fließen diese Erfahrungen in ihr Violinkonzert «Carnatic Pandora» ein?

In den Jahren 2016, 2017 und 2018 durfte ich im Rahmen mehreren Aufenthalten in Indien, unter anderem Varanasi, Chennai, Kalkutta und Bombay leben und arbeiten sowie auch Musikunterricht besuchen im Bereich der karnatischen, (südindischen) Musik. Hierbei hat mich besonders das Elastische und Überverzierte der melodischen Gestaltung der Musik fasziniert, insbesondere beim Lauschen des Spiels der Veena und Geige.
Auch von indischer Musik her beeinflusst ist die Vorliebe für Liegeklänge und Bordune, welche vor allem von der Tanbura oder von einer Art Mini-Akkordeon gespielt werden.

Was fasziniert Sie am Reisen (außerhalb der Musik)?

Persönlich fasziniert bin ich immer wieder von Begegnungen mit Menschen aus ganz anderen Kulturen wie zum Beispiel eben den Feuerlandindigenen oder Musiker:innen in Südindien oder Afrika. Dieser Austausch im Gespräch über verschiedene Kulturen und Traditionen war für mich immer sehr bereichernd. Letztendlich lernt man, dass wir alle Menschen sind mit eigentlichen Bedürfnissen und Wünschen über die kulturellen Grenzen hinweg.

Wie kann zeitgenössische Musik dabei helfen, den Austausch unterschiedlicher Kulturen anzuregen?

Das ist eine sehr schwierige Frage, ob das überhaupt möglich ist. Vor zwei Jahren habe ich Namibia bereist und hierbei Kontakte knüpfen können zu mehreren Chören des Landes. Gerne möchte ich mich vertiefter mit ihrer Musik, Kultur und Tradition auseinandersetzen und auch für diese Chöre Musik komponieren. Dadurch können sie vielleicht unter Umständen auch etwas über meine oder unsere europäische Kultur lernen. Mit solchen Projekten entsteht meines Erachtens auch ein sehr bereichernder kultureller Austausch, indem man versucht, die jeweils andere Musiksprache zu verstehen.

Michael Pelzel

Foto: Manu Theobald

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