Mauricio Kagel
«Eine Brise: Flüchtige Aktion für 111 Radfahrer»
Arthur Honegger
«Pacific 231»
György Ligeti
«Car Horn Prelude»
«Mysteries of the Macabre»
Alban Berg
Violinkonzert «Dem Andenken eines Engels»
Gemma Ragués Pujol
NN | UA
Sarah Maria Sun, Sopran
Simone Zgraggen, Violine
Titus Engel, Leitung
Basel Sinfonietta
Umgeben von Oldtimer-Charme und Automobilgeschichte wird das Pantheon zur Kulisse eines dynamischen Konzertprogramms rund um Musik und Mobilität. Denn es kommen nicht nur Autofans auf ihre Kosten: Die Reise führt über den Asphalt hinaus auf Schienen und Radwege.
Zu Konzertbeginn werden die Konzertgäste draussen selbst zum mobilen Klangkörper: Im Rahmen von Mauricio Kagels «Eine Brise: Flüchtige Aktion für 111 Radfahrer» fährt ein Teil des Publikums — klingelnd und bimmelnd — auf Velos vor. Im Museum geht es mit Arthur Honeggers «Pacific 231» weiter, einer eindrücklichen Hommage an die Dampflokomotive, deren schiere Kraft und Rhythmus physisch spürbar werden. Kontrastiert wird diese industrielle Klanglandschaft durch die nervöse Energie der Moderne: John Adams’ «Short Ride in a Fast Machine» lässt das Orchester in einer rasanten Fahrt aufheulen. Inspiriert von einem ebenso faszinierenden wie ungemütlichen Erlebnis des Komponisten in einem Sportwagen, jagt das Stück unerbittlich voran.
Mit zwei Stücken von György Ligeti wird es mitunter skurril: So nutzt die «Car Horn Prelude» der Oper «Le Grand Macabre» Autohupen als Instrumente. Für die Orchesterfassung ebendieser Oper, «Mysteries of the Macabre», konnten wir die deutsche Sopranistin Sarah Maria Sun begeistern. Beim Violinkonzert von Autoliebhaber Alban Berg glänzt hingegen ein Talent aus den eigenen Reihen: Unsere Konzertmeisterin Simone Zgraggen übernimmt den Solopart und verleiht diesem tiefgründigen Werk mit Titel «Dem Andenken eines Engels» eine ganz persönliche Note.
Als Herzstück des Programms gilt die Uraufführung des Abends: Gemma Ragués Pujol komponiert ein neues Werk ortsspezifisch für das Pantheon. Unter dem Leitgedanken «Ursache und Wirkung» erforscht sie die akustische Mechanik der Oldtimer sowie die architektonischen Besonderheiten des Raumes. Die Komposition nutzt das Museum also nicht nur als Kulisse, sondern bringt es selbst zum Klingen.

