Amen Feizabadi
Ungezähmter Fluss de
Kompositionsauftrag der Stadt Witten
Golfam Khayam
Seven Valleys of Love für Streichorchester de
Yair Klartag
The unconscious is structured like a language de
Kompositionsauftrag des Westdeutschen Rundfunks
Oscar Bianchi
Zamān de
Auftragswerk der Basel Sinfonietta, mit Unterstützung der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia
Noa Frenkel, Altistin
Titus Engel, Dirigent
Basel Sinfonietta
Gibt es eine Leitkultur? Der Blick nach Südosten verrät, dass der interkulturelle Austausch Identitäten schärft und zur kulturellen Blüte führt. Dafür steht der überreiche Kulturraum vom Mittelmeer über den Nahen Osten bis hin zum Mittleren Osten. Das Konzert-Programm greift das auf, am Beispiel jüdischer und persischer Stimmen. So ist bis heute in Teheran eine grosse jüdische Gemeinde beheimatet, was Amen Feizabadi reflektiert.
Im neuen Stück stellt der multidisziplinär arbeitende Komponist Gemeinsamkeiten von persischer, arabischer und jüdischer Musik heraus: mit zeitgenössischen Mitteln. Als Inspiration dient das Bild von einem «ungezähmten Fluss», der kulturelle Räume miteinander verbindet und gleichzeitig eine unberührte, eigene Identität aufweist.
Auch Golfam Khayam ist fasziniert von den vielfältigen Traditionen in ihrer Heimat Persien. Die eigene Identität schärft die Künstlerin durch die Synthese aus persischer Überlieferung und zeitgenössischer Musik, was auch improvisatorische Freiräume zulässt: so wie in «Seven Valleys of Love», das in einer neuen Version für Streichorchester erklingt. Dagegen arbeitet Yair Klartag auch mit KI-generierten Stimmen, um Identitäten auszuhöhlen und neu erwachsen zu lassen. Der Siemens-Förderpreisträger 2021 intensiviert die Wahrnehmung und lauscht in das Innere von Klängen.
Oscar Bianchis «Zamān» (persisch für «Zeit») ist kein Werk über Exil als historisches Ereignis, sondern über die Zeit, in der Exil zurückkehrt. Inspiriert von den Tagebüchern (1943) seiner Grosstante Dora Polacco, die während der faschistischen Besetzung Triests unter prekären Bedingungen in die Schweiz floh – gelesen im Horizont von Thomas Manns «Der Zauberberg» und seinem Bild eines «Fiebers der Materie» – erscheint Exil als ambivalente Kraft zwischen Verlust und Wandlung.
Mit Unterstützung der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, der Isaac Dreyfus-Bernheim Stiftung und dem WDR3



de Deutsche Erstaufführung
Programmänderungen vorbehalten

