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EducationProjekt Region Basel "Scheherazade"

Mär & Nightmare

Zu Scheherazade

Ein deutsches Requiem

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basel sinfonietta

Saison 2011/2012  >  Konzerte  >  Mär & Nightmare

MÄR & NIGHTMARE

Richard Wagner (1813-1883):
Walkürenritt aus Die Walküre (1854-1856)
Bernd Alois Zimmermann (1918-1970):
Märchensuite für Orchester (1950), Schweizer Erstaufführung
Reinhard Fuchs (*1974):
wo Angst auf Umhülle prallt für Stimme und Orchester (2001), Schweizer Erstaufführung
Nikolai Rimski-Korsakow (1844-1908):
Scheherazade, sinfonische Suite op. 35 (1888)

Leitung: Stefan Asbury
Sopran: Anna Maria Pammer
Sprecher: Christopher Zimmer

Bern, Dampfzentrale
Dienstag, 13. März 2012, 20.00 Uhr | Vorverkauf: 0900 325 325

Basel, Stadtcasino
Mittwoch, 14. März 2012, 19.30 Uhr | Karten
18.45 Uhr: Konzerteinführung

Märchen, Mär und Nightmare, Träume und Alpträume, Wunder und Wahn. Alles liegt eng beieinander, ist aufs Engste verwoben. Märchen sind brutal, schön und schrecklich und schrecklich schön zugleich. Das Eine braucht das Andere, saugt sich an ihm fest, gewinnt erst durch den Gegenpol an Kraft und Magie. Der Boden, aus dem Märchen und Mythen erwachsen, ist stets ein doppelter, und unter der Oberfläche lauert ein tiefenpsychologischer Abgrund. In Rimski-Korsakows auf instrumentalen Hochglanz polierter Scheherazade-Suite ist der Tod allgegenwärtig, zumindest für die titelgebende Protagonistin. Sie ertrotzt dem tyrannischen Sultan jede Nacht aufs Neue ihr Leben, so will es das erbarmungslose Gesetz des Märchens. Alles andere als „glatt“ ist auch die Suite von Bernd Alois Zimmermann, deren Musik die Aura einer sehnsuchtsfernen Zeit herauf beschwört. Doch gehen die traumschönen Klänge auf älteres Material zu einer Sinfonie zurück, die Zimmermann den Opfern des Zweiten Weltkriegs seiner Hochschule widmen wollte: Ein durchaus brüchiges Märchenidyll als rätselhafter Abgesang auf eine untergegangene Welt. Und wem kämen bei Richard Wagners brillantem Walkürenritt nicht Francis Ford Coppolas Helikopter aus Apocalypse Now in den Sinn, die als schwarze Reiter Tod und Untergang über ein vietnamesisches Dorf bringen? Ein blutiger Rausch zu ekstatischen Klängen, bei denen jeder Widerstand zwecklos ist. Einen alptraumhaft verzerrten Gegenpart zur verhangenen Märchenwelt entwirft schliesslich der österreichische Komponist Reinhard Fuchs. wo Angst auf Umhülle prallt ist eine surreal-düstere Textcollage, in der sich die Sängerin mit allen stimmlichen Mitteln gegen den gewaltigen Orchesterapparat behaupten muss. Eine Verbindungslinie zwischen diesen verschiedenartigen Stücken schlägt Christopher Zimmer: Ausgehend von der Märchensammlung 1001 Nacht und damit von der Scheherazade-Geschichte, hat er Zwischendialoge verfasst, in denen die märchenhafte Überlebensgeschichtenerzählerin mit sich und ihrem Schicksal hadert. Scheherazades gewagtes „Überlebensspiel“ fordert seinen Tribut.