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basel sinfonietta

Kritiken

Kritiken

 

Medienecho Salzburger Festspiele

Salzburger Festspiele 2009
 
In den Orchesterwerken "Metastaseis" und "Jonchaies" hat Iannis Xenakis, Schüler Messiaens und Mitarbeiter Le Corbusiers bei der Brüsseler Weltausstellung 1958, eine Sprache kollektiv verdichteter, unerhört spannungsgeladener Glissandokünste entwirckelt. Bravourös die basel sinfonietta unter Jonathan Stockhammer.
Süddeutsche Zeitung
 
Schon allein für "Jonchaies", ein grandioses, selten zu hörendes Orchesterwerk, hätte es sich gelohnt, nach Salzburg zu kommen. Es war ein aussergewöhnliches Auftaktkonzert.
Bayern 4 Klassik, Bayerischer Rundfunk
 
Dass Iannis Xenkais von Varèse entscheidende Impuls empfing, ist kein Geheimnis. Die Orchesterwerke "Metastaseis" und "Jonchaies" mit der eindrücklichen basel sinfonietta unter Jonathan Stockhammer demonstrierten, dass Xenakis vor allem in seinen klanglichen Imaginationen Varèses Klangerfahrungen weitergeschrieben hat.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
 
Stücke wie Iannis Xenakis' "Metastaseis" oder "Jonchaies" sind auch nach dreissig und mehr Jahren Herausforderungen. Die riesig besetze basel sinfonietta unter der Leitung des Amerikaners Jonathan Stockhammer hat dieses Experimental-Tableau so opulent wie klang-rauschhaft in Szene gesetzt. Es war, keine Frage, eine Massstäbe setzende Aufführung.
Wiener Zeitung
 
Xenakis' Werke "Metastaseis" und "Jonchaies", das Xenakis selbst als "Binsendickicht" bezeichnete, spielte die basel sinfonietta unter Jonathan Stockhammer als berückend bedrängende Kontrast- und Klangexpansionen. Sensationell.
Kronen Zeitung
 
Die basel sinfonietta unter der souveränen Leitung Jonathan Stockhammers spielte "Metastaseis" für sechzig Instrumentalisten, ein ruhiges, glissando-gesättigtes, flächiges Stück, und mit einer Hundertschaft an Mitwirkenden "Jonchaies", in dem Xenakis nicht nur quasi von flimmernden Höhen herab Klangflächen sich ausweiten lässt, sondern auch für geordnetes, brodelndes Chaos sorgt und einen grossen motorischen Sog aufbaut mit markanten Beiträgen etwa der Hörner, Posaunen und Schlagwerker.
Salzburger Nachrichten
 
Riesenbegeisterung in der Felsenreitschule nach fast vier Stunden. Giacomo Manzonis "Masse" mit der bewährten basel sinfonietta, eine Varèse-Hommage für Klavier und Orchester bei der sich Nicolas Hodges als glänzender Solist in die extrem komplizierte Schlacht warf, stellte eine veritable Hörherausforderung inmitten von kulinarischer Fetzigkeit dar.
Die Presse
 
Die basel sinfonietta hält mit den besten Klangkörpern für Neue Musik mit. Sie setzte die ungemein komplexe Partitur der beiden Xenakis-Werke "Metastaseis" und "Jonchaies" unter dem US-amerikanischen Dirigent Jonathan Stockhammer vital und präzis in Klang. Das Spiel der basel sinfonietta war von hoher Intensität. Bravourös meisterte die Hundertschaft noch die kniffeligste Stelle. Die Instrumentengruppen - von den Streichern über die Holzbläser- und Blechbläsergruppen bis zu den Schlagzeugern - entfalteten den grossen Klangfarbenreichtum und die emotionale Kraft von Xenakis Musik.
Mit freudigem Staunen stellen wir fest, dass hier in Salzburg so anspruchsvolle Konzerte mit Neuer Musik sogar in der 1500 Zuschauer fassenden Felsenreitschule ausverkauft sind.
Basellandschaftliche Zeitung
 
Auf dem Programm des Konzerts standen zwei Orchesterstücke von Iannis Xenakis: das noch moderat besetzte "Metastaseis" und das rund 20 Jahre später entstandene "Jonchaies" für 109 Musiker in hervorragender Interpretation. Nicht minder euphorisch gingen die Gäste aus der Schweiz an Giacomo Manzonis "Masse" heran, eine Art Klavierkonzert, in dem Varèses Schlachtruf von der Befreiung des Klangs tatsächlich Programm ist.
Oberösterreichische Nachrichten
 
Salzburger Festspiele 2008
 
Der erste Teil des Konzerts führte zu einer Sciarrino-Station auf seinem Kontinent, wo mit der basel sinfonietta unter der versierten Leitung von Fabrice Bollon Sphärenklänge verabreicht wurden. "Introduzione all'oscuro" benötigt zwölf Instrumente, die nur in Ansätzen ihrer eigenen Bestimmung zugeführt werden. Eine Posaune dient als Windmaschine, der Hornist atmet durch sein Instrument, die Geigen mit Flageolett-Trillern erzeugen vorbeihuschende Geistererscheinungen. Ein Spinnennetz ist ein blickdichter Store gegen das zarte Gespinst, das Sciarrino auswirft.
Salzburger Nachrichten
 
Die venezianische Mehrstimmigkeit von Luigi Nonos "No hay caminos, hay que caminar ... Amdrej Tarkowskij" wurde in der Wiedergabe durch die basel sinfonietta unter Fabrice Bollon auf geradezu kulinarische Weise neu belebt.
Der Standard
 

 
Salzburger Festspiele 2007
 
(…) Das Publikum im Kirchenschiff wird schier überflutet und fortgeschwemmt von den mächtigen Energieströmen der Orchesterstücke, die die basel sinfonietta unter Jürg Wyttenbach in der Kollegienkirche aufführt. Wyttenbach und seine hervorragenden Musiker wölben in „Pfhat“, einer Komposition für gemischten Chor, dreimanuale Orgel, Orchester und 60 Glöckchen unentwegt schwere Klangmassen auf, bis in einem minutenlangen gellenden Glöckchentremolo der Himmel zum Nirvana der Erleuchtung aufreisst.
Die Zeit, 23.8.2007
 
(…) Man meint tatsächlich mit Händen greifen zu können, wie sich hier Grenzen auflösen zwischen Hochkultur und Avantgarde. Man kann es sogar sehen, manifestiert beispielsweise in der Person Alfred Brendels, der gekommen ist, um sich das Scelsi-Meditationsstück „Pfthat – Ein Blitz“ anzuhören, famos gespielt von der basel sinfonietta unter der Leitung von Jürg Wyttenbach. (…) Das Beste an diesem „Kontinente“-Jahrgang aber war die Aufführung von „Les Espaces Acoustiques“ von Gérard Grisey, worin schrittweise das Obertonspektrum ausgelotet wird und damit zugleich der musikalische Raum erobert wird, auf den Punkt präzise interpretiert von der basel sinfonietta unter Stefan Asbury.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.08.2007
 
Strahlende Gesichter auf dem Podium, Begeisterung im Publikum: Nach dem Auftakt mit Scelsi wurde auch der zweite Auftritt der basel sinfonietta bei den Salzburger Festspielen mit Gérard Griseys sechsteiligem Instrumentalzyklus «Les Espaces acoustiques» unter Stefan Asbury zum Triumph für die Basler Musiker und ihren Dirigenten. (…) Wie schon zuvor in Basel schien das Orchester förmlich über sich selbst hinauszuwachsen und verlieh Griseys Musik Spannung, Intensität und leuchtkräftige Farben. Das Publikum jubelte und die Musiker feierten demonstrativ ihren Dirigenten.
Basellandschaftliche Zeitung, 11.08.2007
 
(…) Mit Beginn der „Périodes“ traten dann auch die Musiker der basel sinfonietta auf den Plan, die, auf einem soliden Streicherfundament aufbauend, auch diesmal ihren Ruf als Spezialisten für zeitgenössische Angelegenheiten bestätigten. (…)
Salzburger Nachrichten, 11.08.2007

(…) Am Mittwoch in der Kollegienkirche ein Aufbruch in die "Espaces Acoustiques", mit der brillant und konzentriert agierenden "basel sinfonietta" unter Stefan Asbury. Übersicht und innere Spannung hat die Wiedergabe ausgezeichnet, Stefan Asbury gibt den Musikern nicht nur akkurate Zeit-Anweisungen, sondern vermittelt immer auch die Energie-Flüsse.
DrehPunktKultur, 09.08.2007

(…) Jürg Wyttenbach an der Spitze der basel sinfonietta, ergänzt durch das Ensemble "Les jeunes solistes" und den Kammerchor Salzburg, gestaltete das Eröffnungskonzert zu einer Folge von klingenden Solitären. (…)
Der Standard, 10.08.2007
 
Die Partitur hielt der erschöpft-glückliche Dirigent Stefan Asbury an der Spitze der fulminanten „basel sinfonietta“ schliesslich dem ausdauernd jubelnden Publikum entgegen – und Applaus und Bravo-Rufe brandeten noch einmal auf. (…)
Die Presse, 10.08.2007
 
(…) Die konzentrierte basel sinfonietta das traumhaft sichere franzosische Gesangs ensemble Les jeunes solistes sowie der tadellose Kammerchor Salzburg unter der stets souverän ruhigen Gesamtleitung des (nicht nur Scelsi) Experten Jürg Wyttenbach - sie alle wussten Scelsis aus zumeist kleinsten intonatorischen Abweichungen entstehenden, ungeheuerlich sich auswachsenden amorphen Klangvisionen zu farbreichem Leben zu erwecken. Musikalisch erlebbare Transzendenz, jubelnd bedankt.
Die Presse, 08.08.2007
 
Die famose basel sinfonietta fächerte die stillen, intensiven Klangereignisse, die mikrotonalen Engführungen, Verdichtungen, Weiterungen, Anreicherungen der Farbpalette (tiefes Blech, Schlagzeug, flirrendes Holz, Streicherklänge) mit grösstmöglicher Behutsamkeit auf. (…) So – abseits von glamourösen Events – entstehen festspielwürdige Ereignisse.
Salzburger Nachrichten, 08.08.2007
 
Mit Bravorufen und herzlichem Applaus reagierte das Salzburger Festspielpublikum, darunter auch der Festspiel-Intendant Jürgen Flimm, auf den ersten Auftritt der basel sinfonietta beim renommierten Festival an der Salzach. In der ausverkauften Kollegienkirche eröffnete das Orchester am Montagabend den Konzertzyklus «Kontinent Scelsi».
Basellandschaftliche Zeitung, 08.08.2007
 
(…) Ein Lob der „basel sinfonietta“ und ihrem Dirigenten Jürg Wyttenbach: Er steht für scheinbare Sachlichkeit pur, und lässt doch so viel genau gezeichnete Emotionalität zu. Da konnte man nur staunen, andächtig womöglich, denn diese Töne passten so gut, als ob sie genau für diesen Raum. Komponiert worden seien. Nicht ein Platz blieb an diesem Abend frei in der Kollegienkirche. (…)
DrehPunktKultur, 07.08.2007
 
Die exzellente basel sinfonietta, die glockigen und dicht verwobenen Stimmen der „jeunes solistes“ und der präzise und klangschön intonierende Salzburger Kammerchor waren die starken Ensembles dieses eindringlichen Abends. Jürg Wyttenbach als kenntnisreicher Dirigent führte durch ihn mit seriöser, ruhiger Souveränität. Festspiele: Hier werden sie zum Ereignis.
Salzburger Nachrichten, Nachtkritik, 07.08.2007

 

Medienecho "IDEALE"

Gut, dass es die basel sinfonietta gibt. Ohne sie wären Programme wie jenes vom Freitag in Basel nicht zu erleben. Im ersten Abonnementskonzert der Saison prallten - nein: fügten sich - Luigi Nono und Gustav Mahler auf- und ineinander. Die chefdirigentenlose basel sinfonietta stand unter der Leitung des Briten Stefan Asbury, der hörbar ganze (Proben-)Arbeit geleistet hatte. Zuerst entfesselte das Orchester einen unerhörten Lärm, ganz entsprechend den Schmerzensschreien, von denen bei Nono die Rede ist. Immer höher schraubte sich das Orchester, wollte schier vom Boden abheben - eine auskomponierte Endzeitmusik, die keinen Moment auf Wohlklang schielt und die dem riesigen Orchester (12 Kontrabässe!) beklemmend gelang.
Wer die basel sinfonietta immer noch für ein Jugendorchester und nicht für einen vollgültigen Klangkörper hält, irrt gleich doppelt.
Basler Zeitung
 
Es war ein starker Saisonauftakt, den die basel sinfonietta unter dem Dirigenten Stefan Asbury mit Luigi Nonos "Como una ola de fuerza y luz" gab. Die gross besetzte basel sinfonietta, der Pianist Marino Formenti und die Sopranistin Claudia Barainsky entfalteten die enorme Wucht dieses Stücks politischer Musik. Der erste, solistisch von der Sopranistin bestrittene Teil, ist ein Klagelied. Asbury, die basel sinfonietta und die berührend singende Claudia Barainsky gestalteten es mit grosser Sensibilität, vom Pianisten Marino Formenti präzis, expressiv und aufwühlend gespielt, ebenso vom aufgerauhten Blech und den Schlagzeugern. Die Steigerung in die höchsten Höhen hin zu schrillsten Piccolotönen, dieser "lange Marsch" zum Licht, das auch ein gleissendes ist, gestalteten die Streicher und Holzbläser mit hoher Intensität. Eine starke Wiedergabe, zu der auch die Klangregie des Nono-Spezialisten André Richard viel beitrug.
Basellandschaftliche Zeitung
 
Nicht, dass es ungewöhnlich wäre, einen Romantiker und einen Avantgardisten in einem Programm zu vereinen. Aber mit welcher kraftraubenden Konsequenz das geschieht verblüfft dann doch. Drei Jahre hintereinander ist die basel sinfonietta nun schon zu den Salzburger Festspielen eingeladen worden. Das ist neben der hohen Auszeichnung ein Indiz für die Qualität des Klangkörpers, der in der kommenden Spielzeit auf drei Jahrzehnte Bestehen als selbstverwaltetes, demokratisches Orchester zurückblicken kann.
Dass es in Luigi Nonos "Como una ola de fuerza y luz" um ein verloren gegangenes Ideal geht, liegt auf der Hand: Den Tod des Freundes und Revolutionärs Lusiano Cruz. Nonos Klage darüber ist ein 30-minütiger Aufschrei von Orchester, Klavier, Sopran und Elektronik. Man erfährt den Druck unter Stefan Asburys umsichtiger Leitung beinahe körperlich.
Badische Zeitung

 

Medienecho "The General"

"The General" ist ein Beispiel dafür, dass virtuose Schauspielkunst (fast) ohne Sprache auskommt. Carl Davis' Filmmusik, die von plakativer Leichtigkeit ist und von der basel sinfonietta präzise (ein Schuss, ein kurzer Paukenschlag) gespielt wurde, hilft dabei. Manchmal erzeugt das Altmodische ja eine erstaunliche Gegenwärtigkeit. Hier wurde sie hörbar in den spontanen Reaktionen der Zuschauer. Auf "The End" folgte ein enthusiastischer Beifall, der sicher dem Film, aber auch den Spiel der basel sinfonietta galt.
Basellandschaftliche Zeitung

 

Medienecho "ASERBAIDSCHAN"

Als Solistin für das Violinkonzert von Faradsch Garayev konnte Patricia Kopatchinskaja gewonnen werden - ein Glücksfall. Die aus der Republik Moldawien stammende junge Geigerin hat ein tiefes Verständnis für diese Musik entwickelt und spielte sie mit einem Engagement und Farbenreichtum sondergleichen; das Publikum wurde so gebannt, dass man am Schluss eine Stecknadel hätte fallen hören.
Neue Zürcher Zeitung
 
Musik kann von allerlei aussermusikalischen Dingen erzählen. Das bewies die basel sinfonietta unter Stefan Asbury in der Uraufführung von Faradsch Garayevs Violinkonzert mit Patricia Kopatchinskaja genauso wie in Antonin Dvořáks 8. Sinfonie. Der drittte Satz dieser Uraufführung konzentrierte sich auf ein rhythmisch prägnantes Thema, liess es durch die Instrumente wandeln und schuf wie nebenbei ein aserbaidschanisches Landschaftsbild: karg und trocken, mit Inseln voller Leben, umhüllt von einer leisen Melancholie. Patricia Kopatchinskaja liess nie Zweifel aufkommen, dass diese Musik genau so und genau in diesem Moment zu spielen sei, zelebrierte mit grösster Selbstverständlichkeit die hochvirtuosen Akkordsprünge und spielte mit einer bedingungslosen Hingabe an jeden einzelnen Ton.
Die basel sinfonietta hatte mit Dvořák ihren grossen Auftritt. Sehr dramatisch, sehr fokussiert und mit einer massiven Klanglichkeit interpretierte sie die achte Sinfonie.
Basler Zeitung
 
Zuvor hörte man Rudolf Kelterborns "Musica luminosa". Das Stück ist in der Tat "Lichtmusik" von sinnlicher Schönheit. Mit abgeklärter Ruhe lässt Kelterborn aus dem Flötensolo des Beginns eine delikat gesetzte, durchsichtige Kammermusik für klein besetztes Orchester entstehen, frühlingshaft leuchtende Klänge, über welchen die höchsten Xylophonlagen es gelegentlich zusätzlich glitzern lassen. Asbury und das Orchester musizierten subtil und klangschön.
Antonin Dvořák 8. Sinfonie in einer ausgezeichnet gespielten, energiegeladenen, im Detail liebevoll ausgestalteten Aufführung ergänzte das Programm.
Basellandschaftliche Zeitung
 
Stefan Asbury nutzte die relativ freie Kompositionsstruktur von Dvořáks 8. Sinfonie, um sich mit der basel sinfonietta in ein Interpretationsabenteuer zu stürzen. Deren Spielkultur erlaubt ihm, zum Beispiel die dynamischen Kontraste zu betonen, und zwar als verführerische Piani und als berstende Fortissimi voll elementarer Kraft. Knappe 40 Minuten Dvořák als faszinierendes Hörerlebnis. Langer, enthusiastischer Beifall.
Vor ein paar Jahren stand die Existenz der sinfonietta zur (finanziellen) Disposition; der Sonntagabend im Casino bewies, was die Basler Musikfreunde und die der Region verloren hätten, wäre das Orchester aufgelöst worden.
Badische Zeitung

 

Medienecho "Gran Partita"

Krönender Abschluss des Abends bildete Wolfgang Amadeus Mozarts "Gran Partita". Beherzt zupackend interpretierten die Musiker das wie eine Ouvertüre wirkende Largo mit dem anschliessenden Molto allegro zu Beginn dieses ausufernden Werks mit seiner einstündigen Spieldauer. Mit hohem Gestaltungssinn und ungemein zartfühlend wiederum wurde das Adagio dynamisch gut durchhörbar zelebriert.
Mit dem kraftvoll konturierten Finale schloss die Bläser-Auswahl der basel sinfonietta diesen gelungenen Konzertabend und entliess die Zuhörer klanggesättigt und gewärmt in die kühle Nacht.
Basellandschaftliche Zeitung
 
Schon von der Besetzung her fiel der Auftritt der basel sinfonietta aus dem Rahmen des Üblichen: Das für seine modernen und unkonventionellen Programme bekannte Orchester kam in einer exquisiten Bläser-Formation nach Wehr, und noch dazu mit einem Werk, das höchstes klassisches Vergnügen garantiert: Mozarts "Gran Partita".
Das Bläserensemble der basel sinfonietta besticht durch vorzügliche Tongebung, präzise Intonation und transparente Durchzeichnung in den Bläserstimmen. In den Menuetten und im schnellen Rondo-Finale legen die Musiker ein inspiriertes und lebhaftes Mozart-Spiel vor, heiter, tänzerisch, geschmeidig und von sprühendem Esprit. Eine spieltechnisch ausgefeilte Mozart-Interpretation!
Badische Zeitung

 

Medienecho "Das Gilgamesch-Epos"

Am Freitag war das "Gilgamesch-Epos" in einer konzentrierten und packenden Interpretation zu hören. Martinů blieb in diesem Werk komponierend seiner böhmischen Herkunft treu, das heisst Musik ist für ihn keine Sache des Kopfes, sondern in erster Linie Ausdruck und Ausbruch der Gefühle. Und dafür fand er, nach Bruckner und Mahler, die vereinzelt durchtönen, seine Sprache, die eine der stillen und intimen Verinnerlichung ist, und eine des vehement protestierenden Aufbegehrens mitsamt einer provozierenden "danse de mort". Krauses Interpretation markierte diese extremen emotionalen Positionen durchaus glaubwürdig: Weder weinerliche Sentimentalität da noch hohles Pathos dort. Dank der hohen Spielkultur der basel sinfonietta war das orchestral kein Problem, und chorisch wurde es keines, weil der Bach-Chor gründlich vorbereitet war. Starker, langer Beifall.
Badische Zeitung
 
Das Konzert in der Basler Martinskirche hat gezeigt, dass Martinůs Adaption des gewaltigen Epos nichts an Ausdruckskraft, Intensität und Tiefgründigkeit verloren hat. Das Suchen und Sehnen der Menschen, die Erfahrung der Vergänglichkeit und die Verarbeitung von Verlust und Enttäuschung sind gerade im 21. Jahrhundert erneut oder immer noch die zentralen Fragen nach dem Sinn des Lebens. Der Basler Bach-Chor unter der engagierten Leitung von Joachim Krause hat die anspruchsvolle Partitur des "Gilgamesch-Epos" souverän meistern können. Die basel sinfonietta spielte mit überwältigender Ausdruckskraft.
Klassik.com
 
Die neuerliche Aufführung des "Gilgamesch-Epos" wurde unter den Händen des Dirigenten Joachim Krause zu einem überzeugenden Plädoyer für Martinůs expressive, kontrastreiche Musik. Der kultiviert singende Chor gestaltete seinen anspruchsvollen Part sicher, sehr differenziert und vorbildlich textverständlich. Die basel sinfonietta spielte mit grosser Intensität - etwa in den "mährischen" Streicherkantilenen beim ersten Auftritt Enkidus und in der grossen Beschwörungsszene - und machte den Farbenreichtum der Partitur mit ihren ungewöhnlichen Klangmischengen schön hörbar.
Basellandschaftliche Zeitung

 

Medienecho "Gloria"

Francis Poulenc verstand es, seiner tiefen Religiösität auf berührende Weise jenen Ausdruck zu verleihen, den selbst Ungläubige glauben macht, von Frömmigkeit ergriffen zu werden. Das von Joachim Krause inspiriert geleitete Konzert des Gemischten Chors Zürich mit der basel sinfonietta bildete da keine Ausnahme.
Das zu Beginn des "Stabat Mater" einsetzende, schlichte Liedthema in den tiefen Männerstimmen wurde trotz Pianissimo "très intense et très doux" gesungen, sodass die Erwartung aufkam, ein Chorkonzert in grosser Besetzung vom Feinsten zu erleben. Diese Erwartung erfüllte sich nicht nur in den fünfstimmigen Chorsätzen, sondern auch in der nuancenreichen Orchesterbegleitung durch die basel sinfonietta. Schwer zu sagen, was etwa in "Eja mater" mehr zu bewundern war: die rhythmische Präzision und Klangdichte des Chors oder die Leichtfüssigkeit des Orchesters.
Südostschweiz

 

Medienecho "Une Cantate de Noël"

Er ist ein immer noch wenig bekannter Komponist, der 1939 in Vaduz geborene und 1901 in München gestorbene Gabriel Josef Rheinberger. Chorsänger lieben seine Motette "Bleib bei uns, Herr", die der Sechzehnjährige komponierte; darüber hinaus wird seine Musik jedoch weiterhin vernachlässigt. Dass wir in der Martinskirche ein anderes Chorwerk hören konnten, verdanken wir Tobias von Arp, der mit seinem Konzertchor der Surseecantorei und dem Cantate Konzertchor, der basel sinfonietta und den beiden Gesangssolisten Danuta Dulska und Ralf Ernst die Weihnachtskantate "Der Stern von Bethlehem" aufführte, und dabei die fünzig Minuten zur spannenden Entdeckung machte. Von Arps Interpretation vorbescherte den Zuhörern eine erstaunliche und beglückende Entdeckung. Langer Beifall für ein rundum geglücktes Weihnachtskonzert.
Basellandschaftliche Zeitung

 

Medienecho "Zwölf Töne für Bach"

Der Schweizer Komponist Hermann Meier hat - unfreiwillig - im Verborgenen ein Oeuvre geschaffen, das seinesgleichen sucht. Nun hat die basel sinfonietta auf Initiative Marc Kilchenmanns zwei von Meiers grossen Orchesterstücken uraufgeführt und für diese Tat enthusiastische Reaktionen erhalten. Die Begegnung mit dem "Stück für grosses Orchester" (1960) und dem "Stück für Orchester für Werner Heisenberg" (1968) in Bern war sensationell. Das Orchesterstück von 1960 hat eine Art grafische Form. Die Konsequenz, mit der Meier das Werk baut, ist für die Zeit um 1960 einzigartig, die Radikalität beeindruckt. Doch bis zum Orchesterstück für Werner Heisenberg, in welchem auch zwei als selbstständige Orchestergruppe eingesetzte Solo-Klaviere verwendet werden (hervorragend: Tamriko Kordzaia und Dominik Blum), ist noch einmal ein enormer Schritt passiert.
Die basel sinfonietta mobilisierte alle Energien. Eine grandiose Musik. Eingebettet in ein symmetrisch aufgebautes, schönes Programm mit Anton Weberns Sinfonie op. 21, den Orchestervariationen op. 30 und Bach-Instrumentationen von Schönberg und Webern.
Neue Zürcher Zeitung
 
Das muss man sich erst einmal vorstellen: Da hockt einer sein Leben lang als Dorfschullehrer im Schwarzbubenland - und in seiner Freizeit komponiert er eigenwillige Musik, die ihrer Zeit voraus ist. Die Rede ist vom 1906 geborenen Solothurner Hermann Meier, der als Lehrer in Zullwil wirkte und nach seinem Tod im Jahr 2002 über 100 Partituren hinterliess.
Hermann Meiers "Stück für grosses Orchester" von 1960 beginnt spielerisch, mit kurzen Motiven, die immer wieder da und dort im Orchester aufblitzen. Mit dem Einsatz des tiefen Blechs und der Kontrabässe entwickelt sich daraus ein archaischer Tanz, der sich, dunkel grundiert von Pauken und Gongs, zum leidenschaftlichen, aggressiven Ausdruck steigert. Das lässt gelegentlich an Igor Strawinskys "Sacre du Printemps" denken, aber auch an Wolfgang Rihms viel später entstandene "Tutuguri", doch Meiers Tonsprache ist ganz eigenständig, vermag bei aller Konstruktion zu packen. Am Schluss des Konzerts bedankten sich die Musiker mit viel Applaus bei Jürg Henneberger, der sie mit überlegener Umsicht durch die Wechselbäder dieses Programms geführt hatte.
Basellandschaftliche Zeitung
 
Hermann Meier lebte als Primarlehrer im solothurnischen Zullwil und fabrizierte in seiner Freizeit Partituren von einer Radikalität, die Staunen macht. Zwei von ihnen wurden jetzt von der basel sinfonietta uraufgeführt. Und allein schon der starke Andrang zur Konzerteinführung belegte: Die Zeit für Hermann Meier scheint gekommen. Seine Orchesterstücke sind von blockhafter Wucht und motorischer Energie, irgendwo zwischen Varèse und Penderecki und doch anders als alles andere. Die dazu gespielten Werke von Webern und Bach wirkten als Kontrastfolien, die Meiers Eigenarten in schärferem Licht hervortreten liessen. Faszinierend waren die beiden Zwölftön-Glasperlenspiele von Webern, die in ihrer filigranen Struktur immerwährend modern klangen.
Basler Zeitung

 

Medienecho "NEUES AUS AMERIKA"

Die basel sinfonietta präsentierte "Neues aus Amerika" mit Laurie Anderson als Star und zeigte dabei unter Kasper de Roo ihr grosses Können. Die Performerin stand zwar im Zentrum des Abends der basel sinfonietta mit dem niederländischen Dirigenten, darüber hinaus wurder aber ein guter Einblick in die Crossover-Welten zeitgenössischer US-Musik gegeben. Das Stück "My beautiful scream" für elektronisch verstärktes Streichquartett und Orchester der 51-jährigen New Yorkerin Julia Wolfe ist eine Auseinandersetzung mit 9/11. Das Streichquartett - hier das niederländische DoelenKwartet - entfaltet Klangflächen von einer nach innen gerichteten Emotionalität. In sie hinein schneiden scharfe Orchestereinwürfe. Das Stück steigert sich in packendem Crescendo - bis zum Aufschrei und verklingt in leisen, trauernden Klanggeflechten. Eine ergreifende, vielschichtige Musik - von der sinfonietta und dem Quartett stark gespielt. Die vielseitige basel sinfonietta gab unter de Roo jedem der so verschiedenen Werke eigenen Ausdruck, spielte mit Lust, hoher Kompetenz und farbenreich. Das Publikum war begeistert.
Basellandschaftliche Zeitung
 
Und es geht doch: Auch Neue Musik kann das Publikum in Scharen anziehen - wenn die Protagonisten basel sinfonietta und E-Geigerin Laurie Anderson heissen und das Programm rasante Neuigkeiten aus Amerika bietet. Es dauerte keine halbe Minute bis das Publikum zum ersten Mal lachte. Nach einem krachend atonalen Beginn folgte flugs ein Ausschnitt Wiener Klassik. Doch bis man ihn identifizieren konnte, kam schon der nächste Schnitt in John Zorns "For your eyes only". Wie in einem Comic wechseln die Blickwinkel - in einem solch rasanten Tempo, als würde man ein Daumenkino hören. Der basel sinfonietta ist damit ein furioser Einstieg in einen langen, an neuen Eindrücken überreichen Konzertabend gelungen. Und man kann das Orchester in Selbstverwaltung nur beglückwünschen, wenn dadurch solch einzigartige Programme realisiert werden können.
Basler Zeitung

 

Medienecho Harold Lloyds "Safety Last!"

Livemusik kann einen Stummfilm aktueller, lebendiger machen. Vor allem dann, wenn sie so präzis auf die Aktionen, Bilder und Gags komponiert ist wie die des New Yorker Carl Davis zu Harold Lloyds "Safety Last!". Live gespielte Filmmusik steht und fällt aber mit der Präzision. Und da muss man dem englischen Dirigenten Mark Fitz-Gerald und der hoch konzentrierten basel sinfonietta mehr als einen Kranz winden. Nicht nur ist jeder instrumentale Akzent, jeder Trommel- oder Paukenschlag sekundgenau, sondern ebenso mit stimmigem Ausdruck gesetzt - wie der leicht glissandierende Paukenschlag, wenn Lloyd hoch oben am Mauerabsatz eines Stockwerks den Kopf anschlägt. Spritzig, lebendig und leichtfüssig spielt die sinfonietta unter Mark Fitz-Gerald in der Basler Dreispitzhalle. Das gibt dem Film zusätzlichen Antrieb. Die Virtuosität und akrobatische Kunst, mit der Harold Lloyd, aber auch sein Kumpel Bill Strother agieren, wird durch die virtuos gespielte Musik getragen und damit augenfälliger. Das Publikum geniesst in der Basler Dreispitzhalle den herrlichen Film-Musik-Abend mit einer sinfonietta, die vor Spielfreude nur so strotzt, und einem - nicht nur für Filmmusik - exzellenten Dirigenten Mark Fitz-Gerald.
Basellandschaftliche Zeitung
 
Das Publikum hält den Atem an: Auf der Filmleinwand spielt sich Nervenkitzel pur ab, während das Orchester die waghalsigen Klettermanöver des Helden in schwindelerregender Höhe mit Streichertremoli, packenden Bläsereinwürfen und aufsteigenden Klangeffekten begleitet und musikalisch die Spannung schürt. Die basel sinfonietta unter Leitung von Mark Fitz-Gerald lässt in ihrem neuesten Konzertprojekt in der Dreispitzhalle in Münchenstein die goldenen Zwanziger Jahre aufleben: Zu Harold Lloyd's legendärem Streifen "Safety Last!" von 1923 spielt sie live die nachträglich geschriebene Filmmusik. Und die Zuschauer schwanken zwischen Schrecksekunden, wohligem Schaudern und befreiendem Gelächter. Genau diese Stimmung greift die Filmmusik von Carl Davis auf, die von der basel sinfonietta wunderbar swingend und wirkungsvoll in den Steigerungen interpretiert wird. Bei den cineastischen Höhenflügen zeigt das Basler Orchester enorm viel Spielwitz und gutes Gespür für die filmischen Effekte der Musik - bis zum Happy End.
Badische Zeitung

 

Medienecho "Commedia!"

Alte italienische Lustspielfiguren bevölkerten, herbeigerufen durch das lebendige Spiel des Orchesters, am Montagabend das Podium des Basler Musiksaals. Spannend, einmal die beiden zeitverwandten, doch so wesensverschiedenen Italien-Einakter im Doppelgespann auf die Bühne zu bringen. Da waren sie also wieder, der listige Tunichtgut Pulcinella mit Spitzhut und Maske und der hier brutale, dort die Frauen ansäuselnde Harlekin. Am sinfonietta-Abend zu Saisonschluss galt nun die Devise: Bühne frei für das imaginäre Theater in den Köpfen des Publikums! Eine zukunftsweisende Idee, die drei frischen, im Basler Opernstudio "OperAvenir" geschulten "Pulcinella"-Stimmen (Solenn' Lavanant-Linke, Eugene Chan, Carlos Osuna) im "Arlecchino" um fähige Stimmen aus der näheren Regio zu einem prächtigen Quintett zu bereichern (Jin Seok Lee, Michael Leibundgut). Roberto Gionfriddo gab, theatralisch auftrumpfend, den mehr sprechenden als singenden Harlekin.
Basler Zeitung
 
Ausgezeichnet gelang Busonis Operneinakter "Arlecchino". Das vom Komponisten selbst gedichtete Libretto ist von einigem Sprachwitz, und auch die Musik hat Geist, kommentiert nicht selten ironisch das Handeln der Figuren und gipfelt in einer Verdi-Parodie. Die Titelfigur ist eine Sprechrolle, allerdings teilweise genau notiert, und so war es sinnvoll, einen Sänger dafür zu engagieren. Der Tenor Roberto Gionfriddo gestaltete sie überaus lebendig. Auch die übrigen Rollen waren ausgezeichnet besetzt. Solenn' Lavanant-Linke war eine sehr präsente Colombina mit viel Sinn für parodistische Zwischentöne. Carlos Osuna als Liebhaber konnte Kraft und Stimmglanz ausspielen. Als buffoneskes Trio brillierten Eugene Chan und die profunden Bässe Michael Leibundgut und Jin Seok Lee. Und die sinfonietta-Musiker brachten den Orchesterpart zu geschliffenem, prächtig klingendem Leben.
Basellandschaftliche Zeitung
 
Bei ihrem Gastkonzert präsentierte die basel sinfonietta die gesamte "Pulcinella"-Ballettmusik mit Gesang, die im Gegensatz zur kürzeren Orchester-Suite nur selten aufgeführt wird. Auch heute noch ist Strawinskys freche, verfremdete Bearbeitung mit Vergnügen zu hören, wenn man als Zuhörer ständig auf eine falsche Fährte geführt wird, das Metrum aus dem Tritt gerät und wie im "Vivo" die Posaune auch mal rülpsen darf. Bei den Solisten des Basler Opernstudios "OperAvenir" gefallen Solenn' Lavanant-Linke mit schlankem Mezzosopran und Eugene Chan mit gut geführtem Bariton. Wie Strawinskys "Pulcinella" geht auch Ferruccio Busonis Einakter "Arlecchino" auf die Commedia dell'arte zurück. Busoni wirft mit diesem "theatralischen Capriccio" ebenfalls einen distanzierten Blick in die Vergangenheit und setzt sich auf parodistische Weise mit der Operngeschichte auseinander. Das ist Musik mit doppeltem Boden, die mal nach Mozart, mal nach Rossini klingt - und in den von der basel sinfonietta brillant gespielten Zirkusmärschen auch schon groteske Züge à la Schostakowitsch erhält. Und da die Solisten auch hier sehr musikalisch agieren und die basel sinfonietta den Humor Ferruccio Busonis auf den Punkt bringt, wird dieser "Arlecchino" sehr lebendig.
Badische Zeitung